|
Die Existenz Soltendiecks lässt sich im
13. Jahrhundert nachweisen, allerdings weisen Funde auf die Besiedlung
der Soltendiecker Umgebung schon zur Steinzeit hin. In einer Urkunde,
der "bona slavicalia" aus dem Jahre 1289, wird
Soltendieck neben anderen Orten aber zum erstenmal erwähnt und zwar
unter dem Namen "saltendike".
Der Name dürfte nicht, wie irrtümlich
angenommen wurde, von "Salzteich" hergeleitet sein, sondern
weist eher auf ein sumpfiges Gewässer hin. (sal=sol für Wasser- oder
Sumpfloch).
Nach der "bona slavicalia überließ
der Abt von Olessen (Oldenstadt) dem Herzog von Braunschweig und
Lüneburg die jährlichen Abgaben von Höfen aus 24 Dörfern, darunter
vier Höfe in Soltendieck, und erhielt dafür als Gegenleistung
"zwei Chor Salz", etwa eine Tonne.
Aus den folgenden Jahrhunderten gibt es
nur spärliche Angaben über Soltendieck. Anscheinend konnten sich die
Einwohner im 30-jährigen Krieg aber begünstigt durch die sumpfige
Umgebung gegen marodierende Reiter behaupten.
Auf einer Landkarte aus dem 18.
Jahrhundert sind in Soltendieck 7 Feuerstellen eingetragen,
wahrscheinlich gab es 6 Höfe und eine Hirtenkate. In den Jahren 1856
bis 1859 wurde die Soltendiecker Feldmark vermessen und neu in größere
Flächen aufgeteilt. Die "Ausführung der Special-Theilung der
Gemeinheiten und Verkoppelung der Feldmark" wurde in einem
Rezess festgehalten.
Nach 1800 entstanden in Soltendieck
etliche Abbauerstellen. In der Regel verkauften die Hofinhaber Land, um
ihren Hof von der Grundherrschaft loskaufen zu können. So gab es 1859
in Soltendieck 5 Halbhöfner, 1 Viertelhöfner und 5 Abbauer.
Der Bau der Eisenbahnlinie von Bremen
nach Berlin von 1870 bis 1873 brachte für Soltendieck einen
kontinuierlichen Aufschwung mit sich, nachdem der Ort 1897 eine
Haltestelle erhalten hatte. Lediglich ein großer Brand im Jahre 1898
hemmte zunächst die Entwicklung. Dann begann aber eine rege
Bautätigkeit. Ein Kalksandsteinwerk entstand, Handwerker, Kaufleute und
Landhandelsfirmen siedelten sich hier an. Die Schule und die Molkerei
wurden gebaut. Der Güterbahnhof musste 1936 erweitert werden, um den
gestiegenen Anforderungen bei Verladen von Vieh und Kartoffeln zu
entsprechen.
1885 hatte Soltendieck 106 Einwohner,
1925 schon 201 und 1939 290 Einwohner. Durch den Zuzug von Flüchtlingen
hatte der Ort 1946 vorübergehend 580 Einwohner, die sich den
vorhandenen Wohnraum teilen mussten. Die Erschließung eines
Neubaugebietes brachte in den 60er Jahren viele Berliner nach
Soltendieck, sodass zur Zeit etwa 650 Bewohner in Soltendieck leben. Der
Bau des Dorfgemeinschaftshauses mit der Sportanlage (1968) und
der Christus-Kapelle (1972) wirkten sich günstig auf die
Dorfgemeinschaft aus. Durch die Teilung Deutschlands, die Verlagerung
der Transporte von der Schiene auf die Straße und die höhere
Mobilität durch eigene Autos bahnte sich allerdings ein Rückgang im
Geschäfts- und Wirtschaftsleben des Ortes an. Die stillgelegte
Bahnstrecke Uelzen- Salzwedel-Stendal wurde aber in den Jahren 1998/99
reaktiviert, sodass Soltendieck seit Dezember 1999 wieder über eine
Haltestelle verfügt. |