Wappen Gemeinde Soltendieck

Gemeinde Soltendieck


  Samtgemeinde Aue - Landkreis Uelzen - Lüneburger Heide

Aus der Geschichte eines Dorfes
von Horst Nimtz

Die Existenz Soltendiecks lässt sich im 13. Jahrhundert nachweisen, allerdings weisen Funde auf die Besiedlung der Soltendiecker Umgebung schon zur Steinzeit hin. In einer Urkunde, der "bona slavicalia" aus dem Jahre 1289, wird Soltendieck neben anderen Orten aber zum erstenmal erwähnt und zwar unter dem Namen "saltendike".

Der Name dürfte nicht, wie irrtümlich angenommen wurde, von "Salzteich" hergeleitet sein, sondern weist eher auf ein sumpfiges Gewässer hin. (sal=sol für Wasser- oder Sumpfloch).

Nach der "bona slavicalia überließ der Abt von Olessen (Oldenstadt) dem Herzog von Braunschweig und Lüneburg die jährlichen Abgaben von Höfen aus 24 Dörfern, darunter vier Höfe in Soltendieck, und erhielt dafür als Gegenleistung "zwei Chor Salz", etwa eine Tonne.

Aus den folgenden Jahrhunderten gibt es nur spärliche Angaben über Soltendieck. Anscheinend konnten sich die Einwohner im 30-jährigen Krieg aber begünstigt durch die sumpfige Umgebung gegen marodierende Reiter behaupten.

Auf einer Landkarte aus dem 18. Jahrhundert sind in Soltendieck 7 Feuerstellen eingetragen, wahrscheinlich gab es 6 Höfe und eine Hirtenkate. In den Jahren 1856 bis 1859 wurde die Soltendiecker Feldmark vermessen und neu in größere Flächen aufgeteilt. Die "Ausführung der Special-Theilung der Gemeinheiten und Verkoppelung der Feldmark" wurde in einem Rezess festgehalten.

Nach 1800 entstanden in Soltendieck etliche Abbauerstellen. In der Regel verkauften die Hofinhaber Land, um ihren Hof von der Grundherrschaft loskaufen zu können. So gab es 1859 in Soltendieck 5 Halbhöfner, 1 Viertelhöfner und 5 Abbauer.

Der Bau der Eisenbahnlinie von Bremen nach Berlin von 1870 bis 1873 brachte für Soltendieck einen kontinuierlichen Aufschwung mit sich, nachdem der Ort 1897 eine Haltestelle erhalten hatte. Lediglich ein großer Brand im Jahre 1898 hemmte zunächst die Entwicklung. Dann begann aber eine rege Bautätigkeit. Ein Kalksandsteinwerk entstand, Handwerker, Kaufleute und Landhandelsfirmen siedelten sich hier an. Die Schule und die Molkerei wurden gebaut. Der Güterbahnhof musste 1936 erweitert werden, um den gestiegenen Anforderungen bei Verladen von Vieh und Kartoffeln zu entsprechen.

1885 hatte Soltendieck 106 Einwohner, 1925 schon 201 und 1939 290 Einwohner. Durch den Zuzug von Flüchtlingen hatte der Ort 1946 vorübergehend 580 Einwohner, die sich den vorhandenen Wohnraum teilen mussten. Die Erschließung eines Neubaugebietes brachte in den 60er Jahren viele Berliner nach Soltendieck, sodass zur Zeit etwa 650 Bewohner in Soltendieck leben. Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses mit der Sportanlage (1968) und der Christus-Kapelle (1972) wirkten sich günstig auf die Dorfgemeinschaft aus. Durch die Teilung Deutschlands, die Verlagerung der Transporte von der Schiene auf die Straße und die höhere Mobilität durch eigene Autos bahnte sich allerdings ein Rückgang im Geschäfts- und Wirtschaftsleben des Ortes an. Die stillgelegte Bahnstrecke Uelzen- Salzwedel-Stendal wurde aber in den Jahren 1998/99 reaktiviert, sodass Soltendieck seit Dezember 1999 wieder über eine Haltestelle verfügt.

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